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Regenreicher Utz

[05.05.2017]

Mit Tief Utz startete der Mai recht regenreich. Drei Tage lang drehte es sich über Deutschland im Kreise und brachte mancherorts enorme Regenmengen zusammen. Die Pegel der teils wasserarmen Flüsse wurden damit wieder etwas gefüllt.


Am 30. April erreichte Tief Utz vom Atlantik her Frankreich und brachte dort landesweit viel Regen. Im französischen Süden fiel sogar bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verbreitet Schnee und sorgte für Schäden an den bereits belaubten Bäumen. Am Abend des Tages näherten sich erste Ausläufer der Schweiz und Deutschland.


Am 1. Maitag sorgte Utz dann vor allem im Süden und Südwesten Deutschlands für ergiebige Regenfälle, die sich im Tagesverlauf intensivierten und weiter nach Norden zogen. Wanderungen zum ersten Mai fielen damit sprichwörtlich ins Wasser.


Am 2. Mai wanderte das Zentrum des Tiefs in einem Bogen über Nordbayern, dem Westen Thüringens und später Mittelhessen weiter. Die Intensität erreichte an diesem Tag auch ihren Höhepunkt. Die Flusspegel stiegen vor allem an Rhein und Main deutlich an, brachten die Flüsse aber meist nur in den Bereich der mittleren Pegelstände.


Am 3. Mai wanderte Utz über den Süden der Niederlande zurück nach Frankreich und löste sich dort auf. Der Regen hingegen hörte damit in Deutschland aber nicht auf, zumindest nicht überall, denn im Süden zog das nächste Tief heran. Vom Balken kommend zog Victor über die östlichen Alpen Richtung Deutschland weiter und sorgte dort vor allem im Süden für weitere Regenfälle. Ab dem 4. Mai breitete es sich dann vor allem über der Südhälfte Deutschlands aus.


Tief Utz war sehr regenreich, aber dennoch nicht außergewöhnlich. Auf Basis der Regenradardaten des Deutschen Wetterdienstes konnte ermittelt werden, dass Tief Utz in den ersten drei Maitagen insgesamt 3,42 Billionen Liter Regen auf der deutschen Landesfläche niedergehen ließ. Dies entspricht einem Würfel aus Wasser mit einer Kantenlänge von ca. 1,51 Kilometern. Es war damit aber nicht das regenreichste Tief des Jahres: Diese traten bereits im Janaur und Februar auf, teilweise sogar als Sturmtief.


Redaktion meteo.plus