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2019 zweitwärmstes Jahr

[16.01.2020]

Das Jahr 2019 nahm auf der Liste der Rekorde den zweiten Platz ein. Seit 1880 war nur 2016 wärmer, zumindest aus aktueller Sicht.


Die weltweiten Messungen der Klimastationen ergaben für 2019 eine Durchschnittstemperatur, die 0,95°C über den Normalwerten lag. Damit reiht sich das vergangene Jahr weit oben in der Hitliste ein. Nach 2016 war es das zweitwärmste Jahr seit den Messungen von 1880.


Die Temperaturen der letzten Jahre steigen damit weiterhin rasant an. Doch wer auf den Datensatz aus dem letzten Jahr schaut, wird feststellen, dass zuvor das Jahr 2016 ebenfalls nur 0,95°C zu warm war. Ein Jahr später sind etliche der letzten Jahre, zumindest im Datensatz, wärmer geworden. Aus aktueller Sicht war 2016 sogar 0,99°C zu warm. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen, die sich im Laufe des letzten Jahres ergaben. Die Hitliste ist damit allein durch geänderte Werte stets in Bewegung.


JahrStand 2019Stand 2020Änderung
20060,620,64+0,02
20070,610,62+0,01
20080,540,54+0,00
20090,640,64+0,00
20100,700,72+0,02
20110,580,58+0,00
20120,620,64+0,02
20130,670,67+0,00
20140,750,74-0,01
20150,910,93+0,02
20160,950,99+0,04
20170,850,91+0,06
20180,790,83+0,04
20190,95


Die Satellitendaten ergaben in der Rangliste der wärmsten Jahre das gleiche Ergebnis. Auch dort war 2016 das bisher wärmste Jahr und 2019 auf dem zweiten Platz. Jedoch mit einem etwas größerem Rückstand. Aber auch diese Daten unterliegen Veränderungen und können sich in den kommenden Jahren noch ändern.


Aber dennoch steht es außer Zweifel, dass es deutlich wärmer geworden ist. Viele Messstationen konnten Rekorde registrieren. Vor allem in Europa scheint nun der nächste Winter mehr oder weniger auszufallen. Gestern wurden im Norden Deutschlands teilweise bis zu 15°C gemessen. Das ist eher Frühling als Winter.


Während der Dezember in Deutschland 2,5°C zu warm war und sich damit im oberen Mittelfeld der letzten Jahrzehnte befand, ging es auch weltweit noch einmal deutlich rauf. Weltweit war der Dezember 1,05°C zu warm. Schon der März letzten Jahres hatte eine Temperatur von 1,1°C erreicht.


Beide Hemisphären steigerten noch einmal ihre klimatischen Abweichungen. Im Norden war es 1,29°C zu warm, im Süden 0,79°C. Aber auch auf den Meeren stiegen die Temperaturen wieder weit über die Normalwerte. Im Norden waren die Ozeane 0,93°C zu warm, im Süden 0,65°C. Der weltweite Durchschnitt der Meere blieb damit wie schon in den vorherigen Monaten bei 0,77°C über Normal.


Auf den Kontinenten liegen die Temperaturen üblicherweise deutlich höher über den klimatischen Mittelwerten, weil sich das Festland leichter erwärmen kann. Im Norden wurden 1,89°C mehr als normal erreicht, im Süden 1,54°C. Die weltweiten Landflächen waren damit im Schnitt 1,79°C zu warm.


Da derzeit im östlichen Pazifik die Wassertemperaturen weiterhin erhöht sind und ein weiterer kleiner El Niño auftreten könnte, besteht ein hohes Potential für eine weitere globale Erwärmung. Eine La Niña würde den Aufwärtstrend etwas dämpfen können.


Redaktion meteo.plus