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Der August holte den Sommer zurück

[08.09.2020]

Nach einem anfänglich recht schwerfälligen Sommer holte der August einiges nach. Die Hundstage machten ihrem Namen alle Ehre.


Nachdem der Juni in Norddeutschland verbreitet fast 2°C zu warm war und im Süden normal temperiert, der Juli im Norden deutlich kühler ausfiel, im Süden aber leicht zu warm, holte der August wieder einiges auf. Während der Hundstage traten eine Reihe von heißen Tagen auf und hoben das mittlere Temperaturniveau wieder stark an.


Die durchschnittlichen Temperaturen im Monat August lagen in allen Regionen deutlich über den Normalwerten. Während es in Bayern und Baden-Württemberg 1,9 bzw. 2,1°C zu warm war, stiegen sie in Rheinland-Pfalz und dem Saarland 3°C über die klimatischen Mittelwerte. Ansonsten war es meist 2,7 bis 2,9°C zu warm. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern war es bei einem Plus von 2,4 bis 2,5°C etwas kühler.


Regenwolken und Gewitter gab es reichlich. Oft aber zogen sie kaum von der Stelle. Es fehlten über längere Zeit die Luftdruckgegensätze, die für ausreichend Wind hätten sorgen können. Im Westen und Norden fielen daher die Regenmengen eher dürftig aus. Verbreitet fehlten 2 bis 8 Liter pro Quadratmeter. In Schleswig-Holstein fehlten fast 12, im Saarland fast 25 Liter pro Quadratmeter.


Deutlich mehr Regen gab es hingegen vor den Gebirgen im Süden und Osten Deutschlands. Die Alpen sorgten in Baden-Württemberg und Bayern im Schnitt für ein Plus von 26 bis 33 Liter pro Quadratmeter. Das Erzgebirge konnte immerhin noch für Thüringen und Sachsen zu einem Plus von 11 bis 28 Litern führen. Die absoluten Werte lagen in diesen regenreichen Regionen zwischen 111 und 133 Litern pro Quadratmeter. Im übrigen Land wurde meist nicht einmal die Hälfte registriert.


Sonnenschein gab es hingegen fast überall reichlich. Nur in Hessen gab es ein Defizit von rund 5 Stunden. Der Südwesten konnte mit 1 bis 5 Stunden von einem leichten Plus profitieren. Richtung Norden wurde es aber deutlich sonniger. In Schleswig-Holstein schien die Sonne schließlich mehr als 51 Stunden länger als für einen August üblich.


Insgesamt fiel der August 2020 damit 2,5°C wärmer aus als üblich. Regen gab es fast 8 Liter pro Quadratmeter mehr als sonst, aber sehr ungleich verteilt. Beim Sonnenschein fiel der August mit einem Plus von 15,4 Stunden eher durchschnittlich aus.


Der Südosten Deutschlands konnte im August von hohen Regensummen profitieren. Oft führten diese aber zu Hochwasser. Im Westen und Norden setzte sich jedoch die magere Zeit weiter fort. Es bleibt zu hoffen, dass sich im Herbst noch eine grundlegend regenreichere Zeit einstellt. Der September brachte aber bisher verbreitet wieder eher zu wenig Regen.


Redaktion meteo.plus