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Die Erwärmung bleibt weiter aus

[10.08.2017]

Die globale Temperatur bleibt laut den Satellitenbeobachtungen weiterhin auf dem gleichen Niveau wie schon vor 10 bis 15 Jahren. Die kurzfristige Erwärmung durch den letzten El Niño ist restlos verschwunden.


Der letzte El Niño war in den vergangenen 70 Jahren der stärkste seiner Art. Das von ihm ausgehende Temperaturplus von rund 0,6 Grad Celsius war schon ein Jahr später wieder von der Atmosphäre ausgeglichen worden. Damit liegen die weltweiten Durchschnittswerte nun wieder bei einem Plus von rund 0,44 Grad Celsius. Zumindest laut den Satellitendaten der Troposphäre. Die Durchschnittswerte der internationalen Wetterstationen sind erst in der zweiten Monatshälfte zu erwarten.


Betrachtet man die beiden Hemisphären miteinander, so fällt auf, dass es im Süden weiterhin 0,15 bis 0,2 Grad kühler ist als im Norden. Dieses charakteristische Verhältnis besteht seit rund 20 Jahren und bleibt auch bei stärkeren Schwankungen erhalten. Die Ozeane haben sich jedoch gegenüber den Kontinenten in den letzten 10 Jahren stärker erwärmt. Da aber der globale Durchschnitt in den letzten beiden Jahrzehnten nahezu gleich geblieben ist, bedeutet dies, dass es über den Kontinenten im gleichen Zeitraum etwas kühler geworden ist.


Die Trends der südlichen und nördlichen Kontinentalregionen sind nur schwer zu unterscheiden. Sie gehen im Rauschen der letzten Jahrzehnte unter. Über den Ozeanen geht es hingegen deutlich ruhiger zu. Hier fallen vor allem die Meere im Bereich der Tropen bis an die Polargebiete stärker ins Gewicht. Die südlichen Meere sind zwar in den letzten 10 Jahren wärmer geworden, erreichen jedoch derzeit wieder nur die Werte wie schon vor 20 Jahren.


Insgesamt nimmt die globale Temperatur auf Basis der Satellitenmessungen nicht weiter zu. Der durch den letzten El Niño erzeugte Wärmeüberschuss wurde von der Atmosphäre bereits abgeführt. Lediglich die nördlichen Meeresgebiete bis zum Rande der Polarregion weisen noch etwas erhöhte Werte auf. Doch dies ist normal, da die Wärme eines El Niños in beiden Hemisphären stets in Richtung der Polargebiete abgeführt wird. Der von den Klimamodellen prophezeite Anstieg der globalen Temperaturen lässt damit weiterhin auf sich warten.


Redaktion meteo.plus