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Etwas zu warm, etwas zu trocken

[05.08.2019]

Aufgrund einer Hitzewelle mit Rekordwerten wurde der Juli verbreitet als außergewöhnlich heiß wahrgenommen. Betrachtet man jedoch die langjährigen Statistiken, so relativiert sich diese Wahrnehmung.


Der Juli war im Süden deutlich wärmer als im Norden. In Schleswig-Holstein wurde das langjährige Mittel erreicht. In der Mitte Deutschlands war es meist 0,7 bis 1,1°C zu warm. Baden-Württemberg und Bayern verzeichneten eine Abweichung von +1,4°C. In Rheinland-Pfalz war es 1,5°C zu warm, im Saarland sogar 1,7°C. Die deutschlandweite Abweichung lag damit nur 0,9°C über dem Mittelwert von 18°C, folglich ein leicht zu warmer Juli.


Bei den Regenmengen sieht es sehr ähnlich aus. Insgesamt fehlten im Lande 28,5 Liter pro Quadratmeter, wenn das Soll von 56 Litern zugrunde gelegt wird. Diese negative Abweichung ist zwar gravierend, vor allem wenn man den Zeitraum der letzten 18 Monate berücksichtigt, doch gab es schon viele Juli-Monate, die trockener waren. Die regionale Verteilung zeigt, dass es im Westen etwas weniger regnete als in den übrigen Landesteilen. Am wenigsten fiel im Saarland und in Niedersachsen, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz, aber auch Thüringen und Sachsen-Anhalt. Meist lagen die Werte in diesen Bundesländern bei 39 bis 47 Liter pro Quadratmeter, weshalb auch dort am meisten fehlte.


In mehreren östlichen Bundesländern fehlten teilweise bei Niederschlagssummen von etwas über 50 Litern nur 11 bis 12 Liter pro Quadratmeter. Dennoch herrscht dort weiterhin große Trockenheit, da der Regen oft in wenigen Tagen fiel und es wochenlang trocken blieb. In Schleswig-Holstein wurden im Schnitt knapp über 60 Liter registriert, in Baden-Württemberg 76, in Bayern sogar 82 Liter pro Quadratmeter. Aber auch dies waren 24 bzw. 30 Liter zu wenig.


Das deutlich höhere Temperaturplus im Südwesten ist vor allem auf die größere Anzahl von Sonnenstunden zurückzuführen. Im Saarland gab es fast 300 Stunden, was ein Plus von 65 Stunden darstellt. Im Norden war es verbreitet dunkler. In Schleswig-Holstein waren es mit 183 Stunden sogar 40 weniger als üblich. Im landesweiten Mittel gab es bei 232 Stunden fast 11 Stunden mehr als normal.


Nach der Hitzephase Ende Juni bliebt der Juli lange Zeit sehr durchwachsen. Erst zum Ende hin folgte die zweite Hitzewelle des Sommers, die vor allem im Westen für neue Rekorde sorgte. Auch wenn es von vielen vielleicht anders wahrgenommen wurde, schloss der Juli eher als normaler Sommermonat ab. Etwas zu warm, etwas zu trocken und etwas sonnenreicher als üblich. Doch die etwas zu geringen Regenmengen bzw. deren schlechte zeitliche Verteilung machten der Natur und der Landwirtschaft weiterhin schwer zu schaffen.


Redaktion meteo.plus