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Markante Abnahme des Meereises

[11.04.2019]

Jahr für Jahr löst sich das Meereis in den polaren Gebieten Jahreszeit bedingt auf und kehrt mit dem nächsten Winter zurück. Aber auch langfristig gibt es Schwankungen, die von anderen Faktoren abhängen.


In den arktischen Gewässern des Nordpols gibt es durchschnittlich 10 bis 12 Millionen Quadratkilometer Packeis. Im winterlichen Maximum können es bis zu 16 Millionen sein, im Spätsommer wird bei 4 bis 7 Millionen qkm der tiefste Stand erreicht. An den Küsten der Antarktis liegen die Werte im Südwinter etwas höher. Meist wird ein Maximum von 18 bis 20 Millionen qkm erreicht. Die Minima fallen jedoch tiefer auf bis zu 2 Millionen qkm.


Somit bilden sich am Nordpol jedes Jahr rund 8 bis 9 Millionen qkm Packeis. Am Südpol sind es in den antarktischen Gewässern 15 bis 16 Millionen qkm. Gerade am Nordpol hat die Eismenge seit der Jahrtausendwende deutlich abgenommen, doch kann sie innerhalb kürzester Zeit wieder deutlich anwachsen. In den südlichen Gewässern hingegen löst sich mit den steigenden Temperaturen im Jahresverlauf fast alles Eis auf, kehrt aber mit deutlich größerer Geschwindigkeit zurück.


Langfristig hat sich das Meereis an den Küsten der Antarktis recht stabil gehalten. Seit der Jahrtausendwende konnten durch Zugewinne sogar die Verluste am Nordpol nahezu ausgeglichen werden. Erst mit dem El Niño von 2015 und 2016 begann das Eis im Süden zu schwächeln. Dennoch wurden bisher keine neuen Tiefststände beim Maximum registriert. 1986 bleibt da weiterhin der Negativ-Rekordhalter. Die Mimima hingegen lagen teilweise nur noch bei 2 Millionen qkm.


Betrachtet man die weltweite Summe des Meereises, so wird klar, dass sich die Trends der polaren Gebiete beider Hemisphären meist gegensätzlich verhalten (Klimaschaukel) und somit langfristig ausgleichen. Noch 2014 waren die weltweiten Werte noch auf dem gleichen Stand wie 30 Jahre zuvor. Doch die Verluste an den antarktischen Küsten waren in den letzten 3 bis 4 Jahren derart stark, dass auch die Gesamtsumme zurückgegangen ist. Während des zuende gehenden Winters der Nordhemisphäre scheint sich wieder eine Erholung abzuzeichnen. Es gilt nun abzuwarten, wie stark die Werte im Laufe des nächsten halben Jahres ansteigen.


Redaktion meteo.plus