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Meeresspiegel steigt weiter

[14.07.2020]

Infolge der Erd­erwärmung steigt der Meeres­spiegel weiter an. In den letzten Jahren ging es sogar etwas schneller aufwärts. Eine leichte Abschwächung dürfte aber kommen.


Seit Jahrhunderten steigt der Meeresspiegel stetig an. Mal schneller, mal langsamer. Seit 1993 wird dieser mit Satelliten beobachtet und seine Veränderungen genauestens überwacht. Im Zeitraum von 1993 bis 2010 wurde auf diese Weise ein jährlicher Anstieg von 2,5 mm festgestellt.


In den nachfolgenden Jahren nahm die Anstiegsrate deutlich zu. Von 2010 bis 2020 wurde eine Anhebung um 40 mm registriert. Dies entspricht einer jährlichen Rate von 4 mm. Diese Verstärkung ist zum einen auf die schnellere Erwärmung der Erdatmosphäre zurückzuführen, die ebenso zu einer Erwärmung und daraus folgender Ausdehnung der Weltmeere führt. Zum anderen ist die lange positive Phase der ENSO ein entscheidender Faktor gewesen. Dem starken El Niño von 2015 und 2016 folgte nur eine schwache La Niña. Danach schloss sich erneut eine lang anhaltende, aber schwache positive Phase an.


Diese treibende Kraft ist nun jedoch vorerst vorbei. Denn seit Mai befindet sich der ENSO-Index wieder leicht im negativen Bereich. Dies war absehbar. Wie lange diese Phase jedoch anhalten wird, ist noch nicht abschätzbar. Insgesamt sorgten jedoch die meist positiven Werte in den letzten 5 Jahren zu einem schnelleren Anstieg des Meeresspiegels, so wie auch in der Vergangenheit warme und kühle Phasen der ENSO stets den Meeresspiegelanstieg beschleunigten oder abschwächten.


Derzeit liegt das Niveau des Meerespiegels ca. 6 cm über den Werten von 2000 und befindet sich im unteren Wendepunkt der jährlichen Schwankung. In den nächsten Monaten ist allein durch die Abnahme des Packeises im Norden und der Zunahme in der Antarktis ein Anstieg auf etwa 77 mm über Normal zu erwarten.


Redaktion meteo.plus