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Trockenheit setzte sich im August fort

[06.09.2022]

Im August setzte sich die Trocken­heit der letzten Monate fort. Wärme und Sonnen­schein trugen ihren Teil dazu bei und ver­schlim­merten die Si­tu­a­tion deut­lich.


Die durchschnittliche Regenmenge in einem deutschen August von fast 49 Litern pro Quadratmeter wurde dieses Jahr nicht erreicht. Im Schnitt gab es ein Defizit von 28,7 Litern. Damit fiel weniger als die Hälfte des üblichen Regens. Doch regional gibt es große Unterschiede. In den neuen Bundesländern kam ausnahmsweise mehr herunter. In den östlichen Gebieten fehlten nur 3,7 bis 9,7 Liter pro Quadratmeter. Aber auch Süddeutschland war besser von Regenschauern getroffen worden. Dort lag das Defizit in Bayern bei 17,5, in Baden-Württemberg bei 6,7 Litern. Ansonsten fehlten aber große Mengen, meist zwischen 28 und 50 Litern. Dies entspricht 60 bis 80%. Den höchsten Fehlbetrag verzeichnete Nordrhein-Westfalen mit 61,4 Litern. Nur 17,6 Liter pro Quadratmeter Regen ging dort nieder.


Prinzipiell ist ein derart trockener August nichts außergewöhnliches und kam in den letzten 140 recht häufig vor. Doch in Kombination mit den hohen Temperaturen wird dies problematisch. Mit einem deutschlandweiten Plus von 2,8°C gehörte er nach dem August im Jahre 2003, der ganze 3,1°C zu warm war, auf den zweiten Platz der Rekordliste. Die regionalen Unterschiede waren dabei nicht sehr groß. Schleswig-Holstein und Sachsen bildeten die Schlusslichter mit einem kühleren Plus von nur 2,2°C. In Rheinland-Pfalz und dem Saarland lagen die Abweichungen am höchsten und betrugen 3,8°C. Dort war es im Durchschnitt mit 21,39 bzw. 21,75°C am wärmsten.


Ursache für die verbreitete Trockenheit und die hohen Temperaturen waren die fehlenden Wolken. Sie wurden von stabilen Hochdruckgebieten immer wieder verdrängt. Dadurch schien die Sonne überdurchschnittlich viel. In den östlichen neuen Bundesländern wurden die statistischen Sonnenscheinstunden um 19 bis 28 Stunden übertroffen. Ansonsten wurde meist ein Plus von 40 bis 90 Stunden erreicht. Spitzenreiter waren im August Rheinland-Pfalz mit 92 und Hessen mit 92,4 Stunden über den Normalwerten.


Insgesamt war der August 2022 rund 2,8°C zu warm. Das Niederschlagsdefizit lag bei 28,7 Litern pro Quadratmeter. Dies setzte die Trockenheit fort, die in vielen Regionen schon als Dürre bezeichnet werden kann, auch wenn der Fehlbetrag nicht außergewöhnlich war. Sonnenschein gab es im Schnitt 66,6 Stunden mehr als üblich. Damit lag der August 2022 auch beim Sonnenschein auf Platz 2 direkt nach dem Jahr 2003.


Redaktion meteo.plus