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Weltweit etwas weniger zu warm

[08.05.2020]

Die erdumkreisenden Satelliten haben für April etwas geringere klimatische Abweichungen festgestellt. Regional gibt es aber wie immer unterschiedliche Trends.


Die weltweite Temperatur wies im April 2020 ein klimatisches Plus von 0,76°C auf. Das waren 0,08°C weniger als im März. Diese geringe Abnahme erfolgte in der Nordhemisphäre etwas stärker als im Süden. Im Norden betrug der Rückgang der Abweichungen 0,12°C. Somit ist es dort noch 0.95°C zu warm. In der Südhemisphäre fiel die Abnahme mit 0,05°C deutlich geringer aus. Dort ist es zudem aktuell nur 0,55°C zu warm. Speziell südlich der Tropen ging das klimatische Plus kaum zurück.


Die Kontinente sind nicht nur wärmer, sondern übertreffen auch weiterhin die Normalwerte stärker. So ist es weltweit auf der festen Erdoberfläche 0,89°C zu warm. Im tropischen Bereich zwischen 20° Nord und 20° Süd ist es derzeit nur 0,58°C zu warm. Nördlich der Tropen ist es 1,04°C zu warm, was einen Rückgang um 0,32°C bedeutet, südlich der Tropen ist es 1°C zu warm. Damit gibt es im Süden zwar eine geringere Temperaturabweichung, doch nahm diese seit März um 0,49°C zu.


Auf den Ozeanen spielt sich genau das Gegenteil ab. Weltweit sind die Meere 0,69°C zu warm. Der Rückgang um 0,05°C fällt jedoch in den Hemisphären unterschiedlich aus. Im Norden stieg das klimatische Plus um 0,03 auf 1,11°C an, im Süden ging es um 0,07°C auf 0,43°C zurück. In den Tropen selbst sank die Abweichung ebenfalls um 0,07°C ab, sodass es dort nun 0,73°C zu warm ist.


Insgesamt ist jedoch ein Rückgang der weltweiten Klimaabweichung festgestellt worden. Vor wenigen Monaten lag sie noch bei knapp über 1°C. Doch der Anstieg der letzten 16 Monate deutet auf eine Wärmequelle hin. Bei dieser könnte es sich derzeit um den kleinen El Niño handeln, der sich bereits seit 23 Monaten fast durchweg im positiven Bereich befindet. Er transportiert daher ständig Wärmeenergie aus dem äquatorialen Bereich des Ostpazifiks in die Atmosphäre.


Redaktion meteo.plus