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Winter zum Eingewöhnen

[12.01.2016]

Nach einem recht warmen Jahresausklang stellte sich Anfang Januar 2016 die bisher über weiten Teilen Europas liegende und sehr hartnäckige Wetterlage um. Die Warmluftzufuhr aus dem Südwesten wurde durch ein starkes Hoch über Skandinavien deutlich ausgebremst. Kaltluft gelangte dabei aus osteuropäischen Regionen rasch nach Mitteleuropa und drängte die bei uns liegende warme Luft zurück gen Westen.


Zumindest im Norden und Osten wurde es ordentlich kalt, zeitweise auch im Südosten. In Anbetracht der vorherigen sehr milden Bedingungen war dies in den betroffenen Gebieten eine empfindliche Umstellung. Die Regionen am Rhein hingegen erreichten weiterhin warme Winde aus dem Westen. Der Machtkampf der beiden sehr unterschiedlichen Luftmassen begann und trennte das Wetter im Lande auf einer Linie zwischen Nordsee und Bayern.


Gerade in dieser Konvergenzzone, bei der die sehr kalte und trockene Luft auf der Nordostseite und die milde und feuchte Luft auf der Südwestseite zusammenprallten, kam es zu ergiebigem Regen, vor allem im Norden aber auch zu Schneefällen.


Der rasche Kälteeinbruch erinnert uns daran, wie schnell die Kälte zu uns gelangen kann. Nur wenige Tage zuvor wurde diese aus sibirischen Regionen angesaugt und weit über den Kontinent zu uns transportiert. Der nächste Kaltluftvorstoß wird uns Anfang der kommenden Woche erreichen, auch der Südwesten wird davon betroffen sein. Von Dauer wird dieser dort aber nicht sein. Es wird eher eine Art "Winter zum Eingewöhnen". Gegen Ende nächster Woche ist schon wieder etwas mildere Luft in Aussicht.


Wie es bis Ende des Monats und schließlich im Februar weitergehen wird, kann nur schwer abgeschätzt werden. Es sieht aber derzeit so aus, als würde sich nun die Witterung deutlich durchwachsener fortsetzen. Der Einfluss der Wetterlage, die uns im Winter lange Zeit fast schon frühlingshafte Temperaturen bescherte, ist gebrochen. Dennoch werden neben der Kaltluft weiterhin auch wärmere Luftmassen zu uns gelangen. Darauf deutet zumindest der arktische Polarwirbel hin, der das winterliche Geschehen fest in seinen Händen hält. Das mittlere Temperaturniveau dürfte jedoch nun niedriger ausfallen.


Redaktion meteo.plus