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Der Winter 2016 / 2017

[06.11.2016]

In der Nordhemisphäre neigt sich der Herbst langsam dem Ende entgegen. Der Winter breitet sich im hohen Norden bereits deutlich aus und lässt in den mittleren Breiten hier und da auch schon den ersten Schnee fallen. Doch was für einen Winter haben wir in den nächsten Monaten zu erwarten?


Diese Frage stellt sich jedes Jahr aufs Neue und lässt sich wie jedes Jahr nur schwer beantworten. Wenn überhaupt. Zu viele Einflüsse können auftreten, zu viele Möglichkeiten können die Folge sein. Doch es gibt einige Trends, die markant sind und auf das Wettergeschehen der kommenden Monate hindeuten können.


Nachdem das erste Halbjahr 2016 noch durch den zuende gehenden El Niño geprägt war, gingen in den Sommermonaten die weltweiten Temperaturanomalien bereits wieder deutlich zurück. Nach Messungen der Satelliten liegt die weltweite Temperatur nur noch 0,35 Grad Celsius über Normal, nachdem im letzten Winter infolge des El Niño der Wert bei fast 1 Grad Celsius lag. Laut dem weltweiten Messnetz der Wetterstationen dürfte ein Rückgang vom winterlichen Maximum von 1,23 Grad auf ein Plus von 0,85 Grad Celsius erfolgen.


Zudem ist seit vier Monaten der ENSO-Index, der die Intensität von El Niño und La Niña angibt, bereits im negativen Bereich, jedoch nicht so stark, dass sich nun eine La Niña ausbilden würde. Aber dies kann rein statistisch gesehen in den nächten Monaten durchaus passieren. Die Nordhemisphäre kann jedenfalls im kommenden Winter nicht von einem erwärmenden El Niño profitieren.


Der Arktische Oszillations-Index ist nach langer positiver Phase Ende September überraschend ins negative gefallen. Diese Situation schwächt die Westwinddrift in der Nordhemisphäre ab und begünstigt damit Ausbrüche polarer Kaltluft, die weit in mittlere Breiten vordringen kann. Damit dürfte in den nächsten Monaten auch vermehrt Kälte zu erwarten sein. Inwiefern sich dies auf den gesamten Winter auswirkt, ist jedoch noch nicht absehbar. Tatsache ist jedoch, dass kältere Phasen durchaus drin sind, auch wenn es insgesamt einen durchschnittlichen Winter geben würde.


Die Atlantische Multidekaden-Oszillation hingegen liegt weiterhin im positiven Bereich. Diese Situation zieht sich bereits seit vielen Jahren hin und wird nur kurzfristig von schwach negativen Werten unterbrochen. Aber gerade zur Winterzeit tritt dieses Phänomen gerne auf. Auch in diesem Winter dürfte es wieder so sein. Ein sehr kalter Winter ist damit jedoch nicht vorbestimmt, ggf. ein paar kühlere Monate im Bereich Europas.


Die Pazifische Dekaden-Oszillation liegt derzeit im stark positiven Bereich. Damit sind zwar Kaltlufteinbrüche über Kanada und den USA nicht ausgeschlossen, aber seltener als noch vor ein paar Jahren, als die PDO längere Zeit im negativen Wertebereich lag.


Insgesamt gibt derzeit nur die Arktische Oszillation einen negativen Impuls. Es bleibt abzuwarten, wie sie sich gegen andere, mildere Einflüsse durchsetzen kann. Mit kurzfristigen Kaltlufteinbrüchen muss jedoch gerechnet werden.


Redaktion meteo.plus