Tiefs hatten zwar im Juli immer wieder Regen gebracht, doch die Verteilung war schon wie in den letzten Monaten sehr ungleich. Aber auch insgesamt blieben die Mengen weit hinter den üblichen Werten zurück. Sollte es im Herbst so weitergehen, wird es zu einer kritischen Lage kommen.
Seit November 2025 gab es in weiten Teilen Deutschlands fast durchweg zu wenig Regen. Vor allem der Süden des Landes war davon betroffen. Nur im Februar diesen Jahres gab es einmal mehr Regen als üblich. Seitdem meiden die Wolken Süddeutschland weitgehend. Es kommt zwar immer wieder zu starken Gewittern, aber in der Gesamtsumme fehlt es trotzdem. Auch im Juli gab es deutlich weniger Regen als üblich.
Im Juni profitierte noch der Nordwesten Deutschlands von vielen Tiefs vom Nordatlantik. Auch im Voralpenraum stauten sich viele Wolken und brachten Schauer und Gewitter hervor. Im Juli blieb die Situation an den Alpen identisch, doch ansonsten verlagerte sich der Regen eher in die Nordosthälfte des Landes. Der Westen bekam deutlich weniger ab. Verbreitet fiel kaum Regen.
Aber auch die Temperaturen sorgten für Trockenheit. Da immer wieder hohe Werte verbunden mit viel Sonnenschein auftraten, wurde der Boden kräftig ausgetrocknet. Da das Grundwassersystem schon in den letzten Jahren immer wieder strapaziert wurde, eskaliert die Situation an den Flüssen entsprechend schneller.
Die Wasserstände der Flüsse zeigen das Ergebnis mittlerweile deutlich. Am Rhein werden bereits die Tiefststände vom Oktober 2018 erreicht, die schon damals historische Werte unterboten hatten. Aber auch an allen anderen Flüssen registriert man Pegel im Niedrigwasserbereich. In einigen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gestaltet sich die Lage etwas weniger kritisch.
Laut den aktuellen Vorhersagen wird es in den nächsten Tagen zwar immer wieder einmal regnen, doch die Mengen können nicht viel ausgleichen. In Norddeutschland und an der Donau könnte sich die Situation Anfang August etwas bessern. Aber wie lange das anhalten wird, bleibt abzuwarten. Sollte sich die Großwetterlage nicht bald grundlegend umstellen und wieder für mehr Regen sorgen, könnte es im Herbst mit der Trockenheit und den Problemen in der Schifffahrt weitergehen.