3.227.235.216

August wie früher einmal

[08.09.2021]

Zu kühl und zu nass, so war der August. Doch wie un­ge­wöhn­lich war der letzte Sommer­monat? War er wirk­lich so schlecht?


Der Sommer war in Deutschland, zumindest gefühlt, zu kühl, zu nass und zu sonnenarm empfunden worden. Aber war es denn wirklich so? Manche Aussagen stimmen, doch das meiste leider nicht.


Es gab zu viel Regen. In allen drei Sommermonaten gab es ordentlich mehr Nass von oben als üblich. Zusammen sogar mehr als 65 Liter pro Quadratmeter. Die Jahre 2018 bis 2020 hingegen waren deutlich zu trocken ausgefallen. Nicht nur im jeweiligen Sommer. Das konnte das Jahr 2021 bisher zwar nicht ausgleichen, doch war die feuchte Witterung der letzten Monate ein Schritt in die richtige Richtung.


Dass der Sommer zu trüb war, stimmt zwar, doch nur minimal. Im landesweiten Durchschnitt fehlten im Sommer gerade einmal 19 Stunden. Das sind etwas mehr als ein Tag Sonnenschein. Markant ist dies nicht.


Und zu kühl war der Sommer erst recht nicht. Der Juni, das haben die meisten Leute wahrscheinlich schon wieder vergessen, war 3,2°C zu warm. Das ist klimatisch relevant. Der Juli schaffte nur noch ein Plus von 0,4°C. Der August jedoch ließ die Hundstage einfach ausfallen. Dies wird sicherlich auch einige gefreut haben.


Mit einem Minus von 1,1°C blieb der kühle August aber in der üblichen Schwankungsbreite. Außergewöhnlich war dies also nicht. Und was noch anzumerken ist: Der August war gegenüber der früher üblichen klimatischen Referenzperiode 1961-1990 nur 0,1°C zu kühl. Es war also von der Temperatur her ein August, wie er früher völlig normal war.


Regional gab es zwar Unterschiede, doch diese fielen nicht sehr stark aus. Im Norden war es rund 0,7°C zu kühl, im Süden 1,1 bis 1,2°C. In Sachsen lag die Temperatur sogar 1,3°C unter dem Durchschnitt. Regen fehlte nur im Südwesten. Im Saarland lag das Defizit bei 7,1 Liter pro Quadratmeter, in Baden-Württemberg bei 0,6 Liter. Ansonsten gab es in der Westhälfte 1 bis 19 Liter pro Quadratmeter mehr, Bayern und die neuen Bundesländer erhielten einen Bonus von 26 bis 54 Litern.


Was hingegen auffälliger erschien, waren die seltener auftretenden sonnigen Tage. Im Schnitt gab es im August fast 50 Stunden weniger. Das entspricht rund 4 Tagen Sonnenschein pur. Und dieses Defizit verteilte sich fast gleichmäßig über Deutschland.


Wie es nun im September weitergeht, ist längst noch nicht vorhersehbar. Tatsache ist jedoch, dass es bisher einige Sommertage gab und Regen äußerst selten vom Himmel fiel. Die Vorhersagen deuten zwar immer wieder ein paar nasse Tage an, doch verschieben sich diese immer weiter in die Zukunft.


Redaktion meteo.plus