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El Niño treibt den Meeresspiegel

[06.03.2024]

Der Meeresspiegel ist im letz­ten Jahr schneller an­ge­stie­gen als in den Jahren zu­vor. Haupt­treiber war der ak­tuelle El Niño, der lang­sam aber wieder an Kraft ver­liert.


Seit vielen Jahren steigt der Meeresspiegel jedes Jahr weiter an. Von 1994 bis 2010 lag die weltweite Anstiegsrate bei rund 2,6 mm pro Jahr. In der Zeit danach beschleunigte sich dieser Trend jedoch. Nach 2010 wurden jährlich rund 3,8 mm Anstieg registriert.



Abb. 1: Entwicklung des Meeresspiegels von 1993 bis Anfang 2024.


Dem langfristigen Anstieg prägt sich jedoch eine Schwankung auf, die über wenige Jahre einen Einfluss ausübt. Denn der El Niño leistet im äquatorialen Pazifik einen Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels. Während seiner Phasen, die alle 3 bis 7 Jahre auftreten, führt seine Erwärmung und die daraus resultierenden Veränderungen der Strömungsverhältnisse zu einem Anstieg des Meeresspiegels, der sich auf den weltweiten Trend aufsetzt.


Dementsprechend wirkt die kühle Phase, eine La Niña, senkend auf den Trend. In den Jahren 2020 bis 2022, als eine fast 3-jährige La Niña im Pazifik wirkte, stieg der Meeresspiegel nur rund 3,2 mm pro Jahr an und damit deutlich weniger als vorher.


Die neuesten Daten zeigen nun, dass der aktuelle El Niño, der im April letzten Jahres begann und im November und Dezember seinen Höhepunkt erreichte, den Anstieg des Meeresspiegels wieder beschleunigte. Die verlangsamte Zunahme in den zwei Jahren zuvor ist damit wieder aufgeholt.


Der El Niño trieb während seines Hochpunkts Ende 2023 den Meeresspiegel stark nach oben. Als höchster Wert wurde in dieser Zeit ein Plus von knapp 96,1 mm über dem mittleren Stand von 1997 festgestellt. Anschließend kühlte sich das Meer wieder ab, sodass der Meeresspiegel Ende Februar nur noch ein Plus von 81,8 mm aufwies. Dieser letzte Wert fügt sich in den langfristigen Trend ein. Da der El Niño bereits dabei ist, sich wieder deutlich abzuschwächen, ist es durchaus möglich, dass der höchste Stand in 2024 den Höchstwert von 2023 nicht überschreiten wird.


Redaktion meteo.plus