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Klimasituation im März 2017

[23.03.2017]

Auf der Nordhalbkugel hat der kalendarische Frühling begonnen. Die Temperaturen steigen nun deutlich an und kehren die jahreszeitlichen Trends wieder um. In der südlichen Hemisphäre hingegen ist der Sommer nun endgültig vorbei.


Anfang März hatte es sich schon abgezeichnet, dass die globale Temperatur im Februar wieder etwas angestiegen ist. Die Satellitendaten zeigten bereits ein kleines Plus. Die Stationsdaten zogen nun nach. Es handelte sich jedoch nur um einen geringen Anstieg. Insgesamt liegt die Temperatur derzeit wieder auf dem Niveau, dass vor dem letzten El Niño vorherrschte. Die Erwärmung fand zuletzt hauptsächlich auf dem Land der nördlichen Halbkugel statt. Die Meere haben das Temperaturniveau in beiden ozeanischen Hemisphären angeglichen. Der Februar war insgesamt 0,98 Grad Celsius wärmer als der langfristige Mittelwert von 1901 bis 2000.


Ursache für die hohen Temperaturen der letzten beiden Jahre war der El Niño. Da auch die Wassertemperaturen bis in die Polarregionen stark angestiegen waren, führte dies zu einem stärkeren Abschmelzen des Meereises an Nord- und Südpol. Im Norden wurde für den Höchststand diesen Winter der niedrigste Wert seit Beginn der Satellitenbeobachtungen verzeichnet. Der El Niño-Index liegt derzeit eher im negativen Bereich, dennoch überwiegen an der Westküste Südamerikas zu hohe Wassertemperaturen. Deren Folge ist zur Zeit vor allem in Peru zu spüren. In der Region gehen verstärkt große Regenmengen nieder, die Schlammlawinen auslösen und die Bevölkerung bedrohen. Momentan ist noch nicht abschätzbar, wie sich der Index weiter entwickeln wird. Beide Richtung sind aus aktueller Sicht möglich.


Die Schneebedeckung, die für die Nordhemisphäre ermittelt wird, erreichte im Maximum Werte, die über dem Durchschnitt der letzten 50 Jahre lagen. Der positive Trend, der seit etwa 10 bis 15 Jahren auftritt, setzt sich damit weiter fort.


Am Meeresspiegelanstieg hat der El Niño ebenfalls gerüttelt. 2015 und 2016 stieg der ozeanische Pegel deutlich schneller an. Da der primäre Einfluss bereits verschwunden ist, hat sich die Anstiegsrate nun wieder auf die üblichen Werte abgeschwächt. Eine stärkere La Nina könnte den Anstieg weiter bremsen. Doch die weitere Entwicklung im äquatorialen Bereich des Pazifiks ist noch unklar.


Die bestimmenden Einflussgrößen der Nordhemisphäre weisen weiterhin positive Werte auf. Die Atlantische Multidekadenoszillation (AMO) und auch die Pazifische Dekadenoszillation (PDO) deuten noch keine Abschwächung an. Daher könnte der globale Trend auch in den nächsten Jahren noch positiv sein oder zumindest auf dem aktuellen Niveau verharren.


Im südlichen Indischen ozean ist die Tropensturmsaison bereits in vollem Gange. Von Ostafrika bis nach Australien traten bereits eine Reihe von Stürmen auf. Tropensturm Enawo bedrohte zeitweise die Insel Madagaskar. Seit Anfang März ist es in der gesamten Region wieder etwas ruhiger geworden.


Die Sonnenaktivität geht allgemein weiter zurück. Dennoch stieg der Index Ende Februar noch einmal auf fast 60 an. Im März waren nun bereits über einen Zeitraum von zwei Wochen keine Sonnenflecken aufgetreten. Ein Zeichen dafür, dass es weiter abwärts geht. Die Prognosen gehen weiterhin davon aus, dass das nächste Sonnenminimum erst nach 2019 auftreten wird.


Redaktion meteo.plus