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Norden kühler als der Süden

[26.11.2023]

Die nördliche Hemi­sphäre ist nun wieder kühler als die süd­liche. Dennoch waren der Sep­tember und der Ok­tober welt­weit viel zu warm aus­ge­fallen.


Der Winter in der nördlichen Hemisphäre breitet sich nun aus. Am 13. November lagen die Temperaturen der südlichen Hemisphäre im Tagesdurchschnitt höher als im Norden. Damit ist der herbstliche Wendepunkt durchschritten. Das folgende Diagramm zeigt diesen Zeitpunkt und auch den täglichen Verlauf in den Tagen danach. Die Abkühlung auf der nördlichen Halbkugel erfolgt wie jedes Jahr schneller, als es in der südlichen Hemisphäre wärmer wird. Dadurch sinkt auch der globale Durchschnittswert ab. Grund für die schnellere Auskühlung des Nordens sind die größeren Landflächen. Im Süden dämpft der deutlich größere Anteil an Ozeanen die Temperatur­schwankungen.



Abb. 1: Weltweite Temperaturen vom 13. bis 22. November 2023.


Bei der langfristigen Betrachtung des Klimas ragte schon der September mit seiner positiven Abweichung von 1,16°C weit über die bisherigen Werte. Dies setzte sich auch im Oktober fort. Dieser war im weltweiten Durchschnitt 1,08°C zu warm. Schon der Juli war der wärmste seiner Art gewesen. In den nachfolgenden Monaten wurden ebenfalls stets Rekorde erreicht. 2023 dürfte damit auch insgesamt ein Rekordjahr werden.


Der herbstliche Wendepunkt, der fast zwei Monate nach der Tagundnachtgleiche erfolgt, fand dieses Jahr am 13. November statt. Dies ist genauso spät wieder zuletzt 2020 und stellt den bisher spätesten Zeitpunkt dar. Anfang der 1980er Jahre erfolgte der Wendepunkt noch eine Woche früher. Die weltweite Durchschnittstemperatur lag dabei rund 0,5°C höher als noch vor 45 Jahren.


Es bleibt nun abzuwarten, wie sich das Winterhalbjahr weiter entwickelt. Die Frühlingswendepunkt hat sich in den letzten 45 Jahren ebenfalls um eine Woche verschoben. Damals erfolgte er noch 7 Tage später. Die Temperatur zu dieser Jahreszeit hat sich aber mit ca. 0,2°C kaum erhöht.


Die kürzeste Dauer zwischen Frühlingswende und Herbstwende wurde bei der Betrachtung des seit 1979 vorliegenden Datenbestands im Jahre 1979 registriert. Damals dauerte das wärmere Halbjahr im Norden 196 Tage. Trotz fortwährendem Anstieg wurde mit 197 Tagen der zweitkürzeste Zeitraum im Jahre 1996 festgestellt. 2021 wurde mit 216 Tagen die bisher längste Dauer zwischen den beiden Wendepunkten erreicht. Im aktuellen Jahr 2023 dauerte der Zeitraum nur 213 Tage.


Redaktion meteo.plus