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Rekord bei Eis vor der Antarktis

[28.05.2023]

Über Jahrzehnte hinweg nahm die Menge an Packeis in den Ge­wässern vor der An­tark­tis zu. In den letz­ten Jahren hin­gegen nahm sie rapide ab, stieg aber auch wieder an. Nun kam es zu einem Rekord.


Die Meereisbedeckung der Arktis am Nordpol sowie in den Gewässern vor der Antarktis am Südpol wird seit es Satelliten für deren Beobachtung gibt, ständig in ihrer Ausdehnung beobachtet. Damit lässt sich die Entwicklung seit Ende 1978 gut verfolgen.


Am Nordpol breitet sich das arktische Eis tendenziell Jahr für Jahr etwas weniger aus. Der tiefste Stand wurde bisher im Herbst 2012 erreicht. 2020 erfolgte der zweit­niedrigste Stand. Der Eisstand nahm über rund vier Jahrzehnte um zwei Millionen Quadratkilometer ab. Danach lässt sich jedoch eine Besserung erkennen, auch wenn die Dauer der leichten Zunahme für einen lang­fristigen Trend noch viel zu kurz ist.


In den Gewässern vor der Antarktis, dem südlichsten Kontinent, der fast kontinuierlich mit dickem Eis bedeckt ist, sah der Trend über Jahrzehnte hinweg aber ganz anders aus. Trotz vieler leichter Schwankungen nahm die Menge an Packeis von 1978 bis 2014 um mehr als eine Millionen Quadratkilometer zu. Das konnte das Defizit im Norden zwar nicht ausgleichen, jedoch den Abwärtstrend bei der weltweiten Gesamtmenge zur Hälfte abschwächen.


Auf den Anstieg bis 2014 folgte jedoch ein abrupter Rückgang. Nach zwei Jahren wurde bereits der bis dahin tiefste Stand des Winters 1987/88 unterschritten und schließlich Anfang 2017 der vorerst tiefste Stand erreicht. Danach nahm die Packeis­ausdehnung erneut zu und übertraf sogar frühere Normalwerte. Doch Anfang 2022 erreichte der sommerliche Tiefstand einen neuen Negativrekord. Dieser wurde von einem neuen Tiefstrekord Anfang 2023 noch einmal unterboten.


Der kurzfristige Trend deutet zwar abwärts, doch daraus lässt sich noch kein langfristiger Trend extrahieren. Tatsache ist jedoch, dass der Jahresdurchschnitt derzeit einen neuen Rekord erreicht. Leider im negativen Sinne. Denn der aktuelle Stand unterbietet den bisherigen Tiefstwert von 2017 um mittlerweile 21.500 Quadratkilometer. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Eisausdehnung im derzeit aufkommenden Südwinter wieder stabilisieren kann und einen weiteren Rückgang möglichst verhindert.


Redaktion meteo.plus