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War der Mai so schlecht?

[06.06.2021]

Ein recht kühler Mai liegt hinter uns. Aber war er wirklich so schlecht, wie er vielfach hingestellt wird?


Im deutschlandweiten Durchschnitt war der Mai rund 2,2°C kühler als der klimatische Mittelwert von 1981 bis 2010. Es gab reichlich Regen und die Sonne war seltener zu sehen, als es im Wonnemonat Mai üblich ist. Aber war der Mai wirklich so schlimm?


Die letzten drei Jahre waren viel zu trocken. Der Natur fehlte viel Wasser. Daher war es gut, dass die letzten Monate, so auch der Mai, einiges von diesem Defizit ausgleichen konnten. Auch wenn noch beträchtliche Mengen fehlen, ist dies schon ein Lichtblick. Die Pegel an den Flüssen liegen aber dennoch verbreitet im unteren Bereich und gehen nach stärkeren Regenfällen schnell wieder zurück.


Der Mai war fast so kühl wie zuletzt 2010. Ein Vergleich mit den historischen Werten zeigt aber, dass der Mai zu früheren Zeiten völlig normal gewesen wäre. Viel auffälliger ist, dass der Mai nun schon das dritte Jahr infolge kühler ausgefallen ist als üblich. In dieser Intensität gab es das schon seit rund 40 Jahren nicht mehr.


Die Niederschlagsmenge lag zwar gut 23 Liter pro Quadratmeter höher als im langjährigen Mittel, doch war er damit wenig auffällig. Von den üblichen 209 Sonnenstunden blieben hingegen mehr als 41 Stunden aus. Aber auch dies ist nicht unbedingt etwas besonderes. Der Mai 2021 erinnerte vielmehr an frühere Zeiten, zu denen er als durchschnittlich gegolten hätte.


Regionale Unterschiede gab es bei den Temperaturen eher weniger. Während es in der nördlichen Hälfte 1,4 bis 2,1°C zu kalt war, liegen diese Werte im Süden bei 2,2 bis 2,8°C. Regen gab es überall mehr als üblich. In Schleswig-Holstein wurde sogar ein Plus von über 48 Liter pro Quadratmeter registriert. Ansonsten liegen die Werte meist zwischen 10 und 38 Liter über den Normalwerten. Das geringste Plus gab es mit 7 Litern pro Quadratmeter in Hessen.


Die Sonne fehlte überall. Das machte sich in der Entwicklung der Pflanzenwelt wie auch in der Landwirtschaft deutlich bemerkbar. Meist fehlten 26 bis 40 Stunden. Im Norden Deutschlands war das Defizit mit 60 bis 90 Stunden deutlich größer.


Mit dem Juni begann eine weitaus sonnigere Zeit. Doch mittlerweile hat sich wieder eine recht nasse Wetterlage etabliert. Bleibt nun abzuwarten, wie sich der Sommer entwickeln wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass er durchwachsen bleibt, hat sich bisher nicht reduziert.


Redaktion meteo.plus