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Warmphase im Ostpazifik hält weiter an

[08.08.2023]

Die Temperaturen im Ost­pazifik liegen weiter­hin über den Nor­mal­wer­ten und stie­gen im Juli er­neut an. Baut sich nun bis zur kommen­den Jahres­wende ein El Niño auf?


Nachdem die Temperaturen im östlichen äquatorialen Pazifik fast drei Jahre unter den Normalwerten lagen und sich damit drei aufeinander folgende La Niñas ausbildeten, ging die negative Anomalie in den ersten Monaten diesen Jahres wieder zurück. Im April lagen die Temperaturen leicht über den klimatisch üblichen Werten. Im Mai und Juni nahm die positive Anomalie immer weiter zu und kündigte damit eine Warmphase an. Doch diese heißt erst El Niño, wenn sie zur Jahreswende auftritt.


Im Juli stieg der ENSO-Index erneut an und erreichte einen Wert von 1,0. Doch der Anstieg fiel schwächer aus als noch in den vorhergehenden Monaten. Ist dies ein Anzeichen dafür, dass die aktuelle Warmphase ihr Maximum in Kürze erreicht und anschließend wieder zurückgehen wird?


Es gab bereits mehrere Beispiele für ein sommerliches Hoch und ein darauffolgendes Absinken der ENSO, sodass zur Jahreswende wieder eine La Niña auftrat. Doch auch der umgekehrte Fall wäre nicht außergewöhnlich: Ein Absinken bis in Richtung Jahreswende und dann eine rapide Temperaturzunahme. Zuletzt war dies Ende 2014 der Fall. 2015 auf 2016 folgte schließlich der stärkste El Niño der letzten 70 Jahre.


Mit der Statistik kommt man an dieser Stelle nicht zuverlässig weiter. Alle Möglichkeiten können noch eintreten. Viele Klimainstitute und Wetterdienste gehen derzeit davon aus, dass sich zur kommenden Jahreswende ein El Niño im Ostpazifik ausbilden wird und in den von ihm beeinflussten Gebieten entsprechende Folgen eintreten werden. Unser eigenes Modell schätzt die Wahrscheinlichkeit für einen El Niño zur kommenden Jahreswende auf bisher 6,6% ein.


Redaktion meteo.plus