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Wenig Packeis im Süden

[18.12.2023]

Seit Monaten nimmt das Pack­eis in den Ge­wässern der Ant­arktis stark ab. Im Norden sieht es deut­lich besser aus. Gibt es dort sogar eine Er­holung?


In den Polargebieten der nördlichen und südlichen Hemisphäre nimmt das Packeis seit einigen Jahren ab. Im Norden ist dies seit den 1990er Jahren zu beobachten. Im Süden hingegen erst seit 2015. Während sich der Rückgang in der Arktis erst langsam, dann aber immer schneller abspielte, fand in den Gewässern der Antarktis eine Zunahme statt. Erst in den letzten Jahren ist teilweise ein rapider Rückgang festzustellen, der aber auch durch Phasen gekennzeichnet ist, in denen sich die Situation wieder schnell erholte.


2023 war aber im Süden das bisher eisärmste Jahr. Zur letzten Jahreswende nahm das Eis im Südsommer auf den nunmehr geringsten Wert der letzten 46 Jahre ab. Der Südwinter, der im Juli seinen Höhepunkt erreichte, war ebenfalls von der bisher geringsten Eisausdehnung betroffen. Derzeit nimmt der Jahresdurchschnitt weiter ab und beträgt schon weniger als 10 Mio km².


Der Abwärtstrend im Süden setzte sich im aktuellen Jahr weiter fort. Der Trend der einzelnen Monate ist fast durchweg negativ, teilweise sehr stark negativ. Nur im März verblieb die Ausdehnung des Meereises auf dem Niveau des Vorjahres. Doch damit auch auf dem bisher niedrigsten Wert für einen März.


In den nördlichen Polargebieten hat das Eis ebenfalls wieder etwas abgenommen, doch ein Teil der einzelnen Monate weist ein Plus auf. Und obwohl es im Jahresdurchschnitt einen Rückgang gibt, liegen die Werte noch über denen der letzten Jahre. Die niedrigste Ausdehnung wurde 2020 festgestellt, nachdem 2016 bereits ein ähnlich tiefer Wert erreicht wurde. Möglicherweise hat sich die Situation auf einem geringeren Niveau eingependelt. Wie es weitergeht, wird sich in den nächsten Jahren zeigen, wenn sich die Wirkung des aktuellen El Niños vollständig entfaltet hat.


Redaktion meteo.plus