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2023 bisher wärmstes Jahr in Deutschland

[11.01.2024]

2023 war das bisher wärmste Jahr in Deutsch­land seit Be­ginn der Auf­zeich­nung­en im Jahre 1880. Wie wird es in den nächs­ten Jahren weiter­gehen? Oder lässt sich dies gar nicht so leicht sagen?


Die Temperatur lag 2023 nur 0,1°C über dem Vorjahr. Doch das Vorjahr war bereits das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1880. Zuvor waren die Jahre 2018 und 2020 die wärsten Jahre gewesen. Jede Steigerung erfolgte um einen Wert von 0,1°C. Der klimatische Durchschnitt der Klimaperiode 1991-2020 wurde damit um 1,3°C übertroffen. Im Vergleich zum langfristigen Zeitraum 1901-2000 war es sogar 2,4°C zu warm.


Die positiven Abweichungen der Temperaturen sind seit rund 10 Jahren beachtlich. Warum jedoch diese starke Häufung warmer Jahre? Geht der Trend nun deutlich schneller hinauf? Ein Blick auf die Niederschlagsmenge könnte schon ein Hinweis sein. Denn diese haben in den letzten Jahren tendenziell abgenommen.


Auch wenn 2023 wieder deutlich mehr Regen brachte als die Vorjahre, so ist dennoch in der letzten Zeit eine Häufung trockener Jahre auffällig. Dies deutet im Zusammenspiel der warmen Jahre auf eine Änderung der allgemeinen Witterung in Deutschland hin.


Denn weniger Regen resultiert meistens aus weniger Bewölkung. Und genau das zeigt die deutliche Zunahme der registrierten Sonnenstunden. Sie haben generell seit 1980 zugenommen und in den letzten Jahren lagen sie teilweise mit mehr als 2.000 Stunden rund 400 Stunden über dem Soll-Wert der Jahre 1981-2010.


Insgesamt erreichte 2023 eine Durchschnittstemperatur von 10,6°C (+1,3°C), eine Niederschlagsmenge von 958 Liter pro Quadratmeter (+166,5 l/m²) und insgesamt 1753,1 Sonnenstunden (+88,3 h).


Wie es in den nächsten Jahren weitergeht, kann man grob in den aktuellen Trends ablesen. Die Temperatur steigt seit 1980 um rund 0,5°C pro Jahrzehnt. Die Sonnenstunden nehmen um rund 70 Stunden pro Jahrzehnt zu, die Bewölkung damit ab. Der Niederschlag erreichte um die Jahrtausendwende einen Hochpunkt und reduziert sich seitdem auf jedem Quadratmeter um rund 35 Liter pro Jahrzehnt.


Alles schon einmal da gewesen? Die Temperaturen liegen deutlich höher als in früheren Zeiten. Doch bei den Sonnenstunden sieht es schon etwas anders aus. Es gibt in Deutschland erst seit 1951 vollständige Aufzeichnungen. Und diese zeigen an, dass es zu Beginn dieser Messreihe schon einmal ähnlich viele Sonnenstunden zu verzeichnen gab. Es gab jedoch zwischenzeitlich bis 1980 eine Abnahme und seitdem wieder eine Zunahme auf frühere Werte.


Beim Niederschlag, der aufgrund der Bewölkung und dem daraus resultierenden Sonnenschein, stark mit den Sonnenstunden korreliert, sieht es noch deutlicher aus. Denn die in letzter Zeit vermehrt trockenen Jahre waren früher nicht nur genauso häufig: Vor mehr als 100 Jahren waren sie sogar Normalität. Bis ungefähr zum Jahr 2000 gab es eine ständige Zunahme der Niederschlagsmenge. Dieser Trend scheint nun aber vorbei.


Die in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegene Temperatur sorgt jedoch für eine stärkere Verdunstung. Und obwohl die Niederschlagsmengen aktueller Jahre früher normal waren, bedeuten sie heute aufgrund der höheren Verdunstung eine stärkere Trockenheit.


Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt. Prinzipiell wird von einer weiter zunehmenden Temperatur ausgegangen. Doch bei den Sonnenstunden und dem Niederschlag lässt sich noch kein langfristiger Trend festlegen. Sollte die Menge an Sonnenschein bald wieder zurückgehen und damit die Niederschlagsmengen wieder zunehmen, könnte dies die aktuell schnelle Temperaturzunahme etwas drosseln.


Redaktion meteo.plus