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Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai

[16.01.2022]

Der Vulkan Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai in der Nähe von Tonga ist erneut ex­plosions­artig aus­ge­brochen. Sogar bei uns war dies noch zu messen!


Was sich im südwestlichen Pazifik derzeit abspielt, ist schon unvorstellbar. Der Unterwasservulkan Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai bildet seit 2015 eine neue Insel. Doch seit Dezember 2021 ist er deutlich aktiver geworden. Am Freitagnachmittag ereignete sich nach unserer Zeitrechnung bereits ein sehr intensiver Ausbruch. Asche wurde innerhalb von einer Stunde in einen Umkreis von vielen 100 km verteilt. Die Spitze der Säule mit Wasserdampf und Schwefeldioxid reichte bis in eine Höhe von fast 16 km.


Das explosive Ereignis erzeugte eine Druckwelle, die weithin hörbar und auch in den Satellitenbildern zu erkennen war. Die Wolkenformationen wurden in einigen Regionen regelrecht weggedrückt, als sich die Asche bis in die Stratosphäre ausbreitete. Trotz des massiven Ausbruchs wurde die Druckwelle bei uns aber nicht registriert.


Einen Tag später, als bei uns die Medien noch von diesem Ausbruch berichteten, ereignete sich vor Ort ein weiterer Ausbruch. Die Dimension dieses Ereignisses übertraf jedoch den Ausbruch vom Vortag um einiges. Noch in 1000 km Entfernung war der Knall sehr laut. Sogar im 9000 km entfernten Alaska war dieser noch zu vernehmen. Bei uns in rund 16.600 km blieb es hingegen still.


Doch die Wetterstationen registrierten den unhörbaren Knall bei uns gegen 20:30 Uhr. Es wurde bei den Messungen ein deutlicher Luftdruckanstieg und ein darauf folgender Absturz erfasst. An unseren eigenen Wetterstationen in Niederlemp und Nierstein konnte eine Amplitude von 1,3 bis 1,4 hPa gemessen werden.


Aufgrund der geografischen Lage unserer Messstationen lässt sich auf ein Heranrollen der Druckwelle aus östlicher Richtung schließen. Doch die Druckwelle des Vulkans hat sich nicht nur in eine Richtung ausgebreitet, sondern kreisförmig. Da der Vulkan 16680 km von uns entfernt liegt, dauerte es rund 14 Stunden, bis die Druckwelle uns erreichte. Doch auf dem Weg um die anderen Seite unseres Globus müssen rund 23400 km zurückgelegt werden. Dies dauert mehr als 19,5 Stunden. Demnach sind die nicht in den Wetterverlauf passenden Luftdruckschwankungen am Sonntagmorgen zwischen 2 und 4 Uhr das Resultat der Druckwelle, die über die andere Seite des Globus heranrollte.


Redaktion meteo.plus