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Sechs Tropenstürme auf den Meeren

[15.09.2020]

Die Anzahl der Tropenstürme auf dem Nordatlantik nimmt weiter zu. Hurrikan SALLY wird mittlerweile gefährlich. Die Bermuda-Inseln hingegen haben ihren Sturm überstanden.


Hurrikan SALLY zieht derzeit durch den Golf von Mexiko und nimmt Kurs auf das Mississippi-Delta. Er befindet sich bereits nahe der Küste, kommt aber immer langsamer voran. Währenddessen verstärkt er sich jedoch. Die Windgeschwindigkeiten erreichen bereits 157 bis 194 km/h, der zentrale Luftdruck beträgt 986 hPa. An der Küste werden aktuell Windgeschwindigkeiten von 84 bis 97 km/h registriert. Der Sturm kann damit in den nächsten Stunden große Schäden anrichten.



Abb. 1: Windstärken in der vom Hurrikan SALLY betroffenen Region in der südlichen USA am 15. September 2020 um 06 UTC.


Alle weiteren Tropenstürme halten sich derzeit weit draußen auf den Meeren auf. Die Bermudas haben Hurrikan PAULETTE überstanden. Gestern zog er über die Inselgruppe hinweg und sorgte mit Windgeschwindigkeiten von 70 bis 90 km/h für turbulentes Wetter. Derzeit zieht er mit der Westwinddrift nach Osten ab und verstärkt sich sogar noch etwas. Mit Windgeschwindigkeiten von 167 bis 204 km/h wird er für die Schifffahrt auf dem Nordatlantik sehr gefährlich.


Tropensturm TEDDY zieht weiterhin weit draußen auf den Atlantik mit west- bis nordwestlichem Kurs weiter. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass der Sturm in Richtung der Bermudas weiterziehen wird und für die Kleinen und Großen Antillen keine Bedrohung darstellt. Derzeit erreicht der Sturm Windgeschwindigkeiten von 84 bis 103 km/h.



Abb. 2: Tropenstürme am 15. September 2020 im Nordatlantik und Ostpazifik.


Tropentief RENE ist zwar weiterhin aktiv, schwächt sich jedoch langsam ab. Das Sturmsystem erreicht noch Windgeschwindigkeiten von 48 bis 66 km/h, löst sich jedoch mittlerweile auf.


Mit Tropensturm VICKY hatte sich gestern der fünfte zu den bisher vier aktiven Tropenstürmen hinzugesellt. Er bildete sich nordwestlich der Kapverdischen Inseln und zieht derzeit mit nordwestlichem Kurs in den Nordatlantik. Die Windgeschwindigkeiten erreichen 84 bis 103 km/h, der zentrale Luftdruck beträgt 1000 hPa. Die Vorhersagen deuten an, dass der Sturm nicht mehr lange bestehen wird.


Im Ostpazifik zieht Tropensturm KARINA weit vor der Küste Mexikos vorbei und entfernt sich immer weiter. Mit Windgeschwindigkeiten von 84 bis 103 km/h bedroht er dort keine bewohnten Gebiete.


Im Nordatlantik deutet sich für die nächsten Tage im Entstehungsgebiet vieler Tropenstürme zwischen der Ostspitze Südamerikas und der Westküste Afrikas der 22. Sturm an. Wenn die Aktivität in der diesjährigen Saison so weitergeht, dürfte das Alphabet für die Namensgebung in Kürze aufgebraucht sein. Dies wäre nicht das erste Mal, aber in den Aufzeichnungen seit 1850 nun das zweite Mal. Im Jahre 2005 traten damals 28 Tropenstürme auf. Die Saison 2020 setzt sich aber zum Glück aus vielen schwachen Stürmen zusammen.


Redaktion meteo.plus